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Aviaere Influenza
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Andy Angerer
2016-11-18 15:48:04 UTC
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Raw Message
Diesen aktuellen Text einer befreundeten Biologin will ich Euch nicht
vorenthalten:


Liebe Vogelfreunde,

nach den letzten größeren Ausbrüchen 2014 ist die Geflügelpest vom Typ H5N8,
neudeutsch »Vogelgrippe«, wieder da - und diesmal sind auch Wildvögel
betroffen, in Bayern aktuell am Bodensee, am Ammersee und am Starnberger
See. Das kann sich zu einer ernsthaften Gefahr für die eh schon
angegriffenen Wildvogelbestände ausweiten, denn leider gibt es zumindest in
Deutschland keine ernsthaften Bestrebungen, dem Eintrag der tödlichen
Erreger in den Naturhaushalt auf die Spur zu kommen.
Schon seit den ersten Ausbrüchen der hochpathogenen* (= stark
krankmachenden) Formen der Klassischen Geflügelpest in Deutschland vor
mittlerweile fast 15 Jahren hat sich das zuständige Friedrich-Loeffler-
Institut (FLI), das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, vorschnell
auf eine Verbreitung der gefährlichen Viren über Wildvögel festgelegt, ohne
dafür bisher Beweise vorlegen zu können. Auch die neuerlichen Ausbrüche der
Geflügelpest bei Wildvögeln sind lediglich ein trauriger Beleg, daß auch
wilde Vögel Opfer der verfehlten, weltweit vernetzten Geflügelwirtschaft
werden, aber keineswegs deren Problem darstellen. So sind nach wie vor die
Mehrheit der Krankheitsausbrüche in geschlossenen Nutzgeflügelhaltungen
aufgetreten - bei einer Verbreitung der Krankheit durch Wildvögel müßten
jedoch Freilandhaltungen und in viel stärkerem Maße zunächst auch Wildvögel
betroffen sein, bevor die Erkrankung bei Nutzgeflügel auftritt. Vergleiche
dazu auch folgende Stellungnahme des NABU:

https://www.nabu.de/news/2016/11/21484.html

Tatsächlich traten Vogelgrippefälle in der Vergangenheit jedoch stets
(zuerst) in geschlossenen Nutztierställen auf oder im aktuellen Fall
zumindest gleichzeitig, siehe auch

http://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/panorama/gefluegelpest-
weitet-sich-aus-erster-verdachtsfall-in-gefluegelhaltung-stallpflicht-auch-
in-hh-id15308021.html

Dies spricht dafür, daß sich Wildvögel und Nutzgeflügel an derselben Quelle
infiziert haben, bzw. kontaminiertes Material sowohl in die Ställe als auch
ins Freiland gelangt ist - und dies auf beängstigende Weise offensichtlich
an verschiedenen Stellen in Deutschland, vor allem in Grenzregionen zu
anderen Ländern. Der aktuelle Virustyp stammt wohl aus Indien oder Ostasien,
erste Ausbrüche gab es in Ungarn (Putenmastanlage, 1 Höckerschwan), bevor
der Virus Mitteleuropa erreichte. Es gibt aber keine Zugrouten auf dieser
Strecke, schon gar nicht im Herbst (im Frühjahr wäre die Teilstrecke von
Ungarn nach Mitteleuropa denkbar).

Auffallend ist auch, daß unter den Wildvögeln (bisher) nur Arten betroffen
sind, die sich fast ausschließlich von tierlichem Material ernähren
(Reiherenten, Rohrdommel, 1 Seeschwalbe, 1 Lachmöwe). Bei einer Übertragung
von Vogel zu Vogel oder über den Kot von Wildvögeln müßte das betroffene
Artenspektrum wesentlich vielfältiger sein. Zudem sind die genannten Arten
(abgesehen von der einzelnen Lachmöwe) stark an Gewässer gebunden - und
suchen niemals geschlossene Geflügelhaltungen auf oder auch nur deren Nähe.
Karten der aktuellen Nachweise des Virus finden sich auf dem Portal des
Friedrich-Löffler-Institutes:

https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/klassische-
gefluegelpest/karten-zur-klassischen-gefluegelpest/

Hinzu kommt, daß in der Vergangenheit der Nachweis von Geflügelpest-Viren
bei lebend geschossenen oder beprobten Wildvögeln nur in äußerst wenigen,
räumlich isolierten Einzelfällen gelungen ist, bei denen nicht
auszuschließen ist, daß es sich um fehlerhafte Laborergebnisse handelte oder
eine Verunreinigung der toten Vögel oder ihrer Proben durch unsaubere
Probentrennung erst im Labor erfolgte. Bei Testreihen der Weltgesundheits-
Organisation (WHO, 2008) mit präparierten Proben waren etwa ein Drittel der
»Nationalen Influenzazentren« nicht in der Lage, alle Proben korrekt zu
bestimmen. Siehe dazu auch die Ausführungen des Wissenschaftsforum Aviäre
Influenza (WAI):

http://www.wai.netzwerk-phoenix.net/index.php/laborfehler#23_31

Wer einen toten Vogel findet, sollte die Polizei oder das Landratsamt
verständigen. Den Vogel oder Vogelkot nicht berühren, auch nicht mit den
Schuhen. Zwar ist der Virustyp des aktuellen Ausbruches für Menschen nicht
sehr gefährlich, aber wer derzeit an Seen und Gewässern spazieren geht, muß
sich im Klaren sein, daß er an seinen Schuhen den gefährlichen Virus nach
Hause oder zum nächsten See tragen könnte, wo wieder weitere Wildvögel
infiziert werden können...
Schuhe (Sohlen) daher am besten nach dem Spaziergang am See mit heißem
Wasser abwaschen und/oder desinfizieren; Hunde und Katzen nicht frei laufen
lassen (besonders nicht an Gewässern) und Pfoten und Hände beim Heimkommen
waschen (natürlich nicht heiß, sondern ganz normal - wie immer sozusagen).

Bleibt die Frage, warum das LFI öffentlich die Wildvogel-Hypothese vertritt,
obwohl diese Theorie viele Gegner, aber keine Beweise kennt.
Ich gehe davon aus, daß dies Ausdruck der verfehlten Wissenschaftspolitik
der Bundesrepublik ist. Mit Verweis auf die drohende Vogelgrippegefahr durch
Wildvögel erhält das Institut Gelder für die Erforschung des Vogelzuges, die
andernfalls nicht zur Verfügung gestellt werden würden.

Eine dringende Petition hat der Bund Naturschutz München gestartet. Die
öffentliche Grünanlage an der Herbert-Quandt-Straße (östlich des Friedhofs
am Perlacher Forst) soll durch eine unnötige Straße zerstört werden. Schon
am 23. November trifft der Münchner Stadtrat die Entscheidung. Bitte
folgende Petition unterschreiben und großflächig streuen (z.B. auch in
sozialen Netzwerken, wer dort unterwegs ist):

https://weact.campact.de/petitions/park-retten-strassenbau-stoppen-1

Herzlichst,
Eure Silke Sorge

* Besserwissermodus EIN: Müßte eigentlich "hochvirulente" Aviäre Influenza
heißen, denn das Ausmaß des krankmachenden Potentials eines Erregers wird
als Virulenz bezeichnet - die Pathogenität ist hingegen lediglich die
Fähigkeit, Krankheitserscheinungen zu verursachen, ist also eine Ja/Nein-
Aussage. Besserwissermodus AUS.


Schauen Sie doch mal rein: <www.gaensewelt.de>

Und helfen Sie den Gänsen, die neue Jagdzeit zu überstehen:

<https://www.change.org/de/Petitionen/bayerisches-staatsministerium-für-
ernährung-landwirtschaft-und-forsten-stoppen-sie-5-1-2-monate-ungeregelte-
jagd-auf-gänse-nehmen-sie-die-neuen-jagdzeiten-zurück>



fup2 dsb
--
Die andere Site
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www.angerer-bodenlos.de
Ina Koys
2016-11-18 15:50:46 UTC
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Raw Message
Post by Andy Angerer
Diesen aktuellen Text einer befreundeten Biologin will ich Euch nicht
Ist in Ordnung und gut zu wissen. Aber einmal hätte gereicht.

Ina
--
Es gibt wieder frisches Gemüse!
http://www.koys.de/Gemuese-Abenteuer/
In Wärme und Geschichte:
http://www.VonLuxorNachAbuSimbel.de
Andy Angerer
2016-11-18 16:33:47 UTC
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Raw Message
Post by Ina Koys
Post by Andy Angerer
Diesen aktuellen Text einer befreundeten Biologin will ich Euch nicht
Ist in Ordnung und gut zu wissen. Aber einmal hätte gereicht.
Nein, da der Link unten beim ersten Mal fehlerhaft war; daher => Supersede.
Daß dieser nicht oder nur verzögert funktioniert, dafür kann ich nix.
--
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Wolfgang May
2016-11-18 21:24:27 UTC
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Raw Message
Post by Andy Angerer
Diesen aktuellen Text einer befreundeten Biologin will ich Euch nicht
Tatsächlich traten Vogelgrippefälle in der Vergangenheit jedoch stets
(zuerst) in geschlossenen Nutztierställen auf oder im aktuellen Fall
zumindest gleichzeitig,
IMHO kein wirklich schluessiges Argument:

s/traten auf/wurden nachgewiesen/

Wenn in einer Nutztierhaltung ein Tier überraschend stirbt, wird das
untersucht und entsprechend auch sehr schnell nachgewiesen.

Kranke Wildvögel fallen nur selten direkt tot vom Himmel auf die Terrasse
eine NABUlers, sondern starten erst garnicht mehr, und verbergen sich
vor Feinden irgendwo im Unterholz, wo sie -lebend oder tot- alsbald
gefressen werden. Nur in den wenigsten Fällen kommt es da ueberhaupt zu
einer Untersuchung.
Post by Andy Angerer
http://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/panorama/gefluegelpest-
weitet-sich-aus-erster-verdachtsfall-in-gefluegelhaltung-stallpflicht-auch-
in-hh-id15308021.html
Dies spricht dafür, daß sich Wildvögel und Nutzgeflügel an derselben Quelle
infiziert haben, bzw. kontaminiertes Material sowohl in die Ställe als auch
ins Freiland gelangt ist - und dies auf beängstigende Weise offensichtlich
an verschiedenen Stellen in Deutschland, vor allem in Grenzregionen zu
anderen Ländern.
soso, ja. Nicht wirklich glaubwürdig, dass das "aus derselben Quelle"
stammt.
Post by Andy Angerer
Der aktuelle Virustyp stammt wohl aus Indien oder Ostasien,
AFAIR wurde letztens "aus Russland" berichtet.
Post by Andy Angerer
erste Ausbrüche gab es in Ungarn (Putenmastanlage, 1 Höckerschwan), bevor
der Virus Mitteleuropa erreichte. Es gibt aber keine Zugrouten auf dieser
Strecke, schon gar nicht im Herbst (im Frühjahr wäre die Teilstrecke von
Ungarn nach Mitteleuropa denkbar).
Was eher auch für die Russland-These spricht.
Post by Andy Angerer
Auffallend ist auch, daß unter den Wildvögeln (bisher) nur Arten betroffen
sind, die sich fast ausschließlich von tierlichem Material ernähren
(Reiherenten, Rohrdommel, 1 Seeschwalbe, 1 Lachmöwe). Bei einer Übertragung
von Vogel zu Vogel oder über den Kot von Wildvögeln müßte das betroffene
Artenspektrum wesentlich vielfältiger sein. Zudem sind die genannten Arten
(abgesehen von der einzelnen Lachmöwe) stark an Gewässer gebunden - und
suchen niemals geschlossene Geflügelhaltungen auf oder auch nur deren Nähe.
Da ist ja schon ein expliziter Widerspruch zu oben.
Dort wurde behauptet, die Wildvögel wären von Gefügelhaltungen infiziert
worden, und "alles aus derselben Quelle".
Post by Andy Angerer
Hinzu kommt, daß in der Vergangenheit der Nachweis von Geflügelpest-Viren
bei lebend geschossenen oder beprobten Wildvögeln nur in äußerst wenigen,
räumlich isolierten
Also wieder räumlich isoliert.
Da kranke Vögel häufig nicht mehr fliegen, kann man sie auch kaum
lebend schiessen. Also wenig erstaunlich, dass man da keine grossen
Zahlen findet.
BTW, wieviele (gesund aussehende) Wildvögel schiessen denn die Naturschützer
so, um herauszufinden, ob sie da irgendwo eine Grippe finden?
Post by Andy Angerer
Einzelfällen gelungen ist, bei denen nicht
auszuschließen ist, daß es sich um fehlerhafte Laborergebnisse handelte oder
eine Verunreinigung der toten Vögel oder ihrer Proben durch unsaubere
Probentrennung erst im Labor erfolgte.
Sowas sagt man immer gerne, wenn einem die Ergebnisse nicht passen.
Post by Andy Angerer
Bleibt die Frage, warum das LFI öffentlich die Wildvogel-Hypothese vertritt,
obwohl diese Theorie viele Gegner, aber keine Beweise kennt.
Noch weniger Beweise und Evidenz sehe ich jedoch in der in dieser Stellungnahme
vertretenen These.

Wolfgang
Heinz Schmitz
2016-11-19 13:17:13 UTC
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Raw Message
... denn leider gibt es zumindest in
Deutschland keine ernsthaften Bestrebungen, dem Eintrag der tödlichen
Erreger in den Naturhaushalt auf die Spur zu kommen.
Das würde sich sofort ändern, würde der erste Airbus daran erkranken.
Hunde und Katzen nicht frei laufen lassen (besonders nicht an Gewässern)
und Pfoten und Hände beim Heimkommen waschen
Aber was machste mit den Pfoten von Mardern, Füchsen, Eichhörnchen,
Ratten, Mäusen, ganz zu schweigen denen von Problembären?

Grüße,
H.
Ina Koys
2016-11-23 09:12:00 UTC
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Raw Message
Post by Andy Angerer
Diesen aktuellen Text einer befreundeten Biologin will ich Euch nicht
vorenthalten: (...)
Übrigens duellieren sich in Berlin die Spezialisten gerade im Radio.
Gestern hat ein Ornithologe für mich schlüssig in einem Interview
erklärt, dass speziell die Berliner Fälle den Beweis erbringen, dass das
Virus nicht aus der Wildvogelpopulation kommt, sondern sehr
wahrscheinlich aus Marktabfällen. Und speziell Enten anders als Hühner
mit dem Erreger gut leben und ihn lange in sich tragen können ohne
entdeckt zu werden.
Heute Interview mit dem Chef vom Friedrich-Löffler-Institut, der
wiederum gute Gründe für seine diametral entgegengesetzte Ansicht
vorbringen könnte. Beide redeten für den Laien vollkommen schlüssig und
erklärten die Ansichten des anderen fast schon für gemeingefährlich.
Ist wohl kein ganz leichter Stoff.

Ina
--
Es gibt wieder frisches Gemüse!
http://www.koys.de/Gemuese-Abenteuer/
In Wärme und Geschichte:
http://www.VonLuxorNachAbuSimbel.de
Andy Angerer
2016-11-23 11:57:25 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Ina Koys
Ist wohl kein ganz leichter Stoff.
Das scheint mir auch so.
--
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