Discussion:
Wieso koennen Tiere selbst das dreckigste Wasser saufen
(zu alt für eine Antwort)
Horst Nietowski
2019-12-30 15:38:54 UTC
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Menschen aber nicht? Ein Freund von mir hat mir mal eine Geschichte aus
seiner Zeit bei der Fremdenlegion (er war 17 Jahre dabei) erzaehlt. Aus
welchem Grund auch immer, es wurde knapp mit Wasser. Also hat man
gesucht und einen Tuempel gefunden, in dem Wasser war. Kamele, die dort
waren, habe in diesen Tuempel geschissen und das Wasser trotzdem
gesoffen. Sein Kamerad, der Durst wie die Sau hatte, meinte, wenn es
diesen Tieren nix schadet, dann ihm wahrscheinlich auch nicht. Also ab
und getrunken. Danach waere er beinahe gestorben, war totkrank. Was
macht den Unterschied?
Ina Koys
2019-12-30 15:45:22 UTC
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Post by Horst Nietowski
Menschen aber nicht? Ein Freund von mir hat mir mal eine Geschichte aus
seiner Zeit bei der Fremdenlegion (er war 17 Jahre dabei) erzaehlt. Aus
welchem Grund auch immer, es wurde knapp mit Wasser. Also hat man
gesucht und einen Tuempel gefunden, in dem Wasser war. Kamele, die dort
waren, habe in diesen Tuempel geschissen und das Wasser trotzdem
gesoffen. Sein Kamerad, der Durst wie die Sau hatte, meinte, wenn es
diesen Tieren nix schadet, dann ihm wahrscheinlich auch nicht. Also ab
und getrunken. Danach waere er beinahe gestorben, war totkrank. Was
macht den Unterschied?
Wenn's blöd kommt, war es einfach Zufall. Aber Kamele können so einiges,
das diverse andere Tiere nicht können, wie z.B. Salzwasser trinken oder
auch mal eine Wüstenwoche gar nicht trinken. Ob es nicht einige Kamele
schon gerissen hat und er nur die Überlebenden getroffen hat, wissen wir
auch nicht. Oder was genau ihn fast dahin gerafft hätte. Zu viele
Fragezeichen.

Ina
--
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Horst Nietowski
2019-12-30 15:49:16 UTC
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Post by Ina Koys
Post by Horst Nietowski
Menschen aber nicht? Ein Freund von mir hat mir mal eine Geschichte
aus seiner Zeit bei der Fremdenlegion (er war 17 Jahre dabei)
erzaehlt. Aus welchem Grund auch immer, es wurde knapp mit Wasser.
Also hat man gesucht und einen Tuempel gefunden, in dem Wasser war.
Kamele, die dort waren, habe in diesen Tuempel geschissen und das
Wasser trotzdem gesoffen. Sein Kamerad, der Durst wie die Sau hatte,
meinte, wenn es diesen Tieren nix schadet, dann ihm wahrscheinlich
auch nicht. Also ab und getrunken. Danach waere er beinahe gestorben,
war totkrank. Was macht den Unterschied?
Wenn's blöd kommt, war es einfach Zufall. Aber Kamele können so einiges,
das diverse andere Tiere nicht können, wie z.B. Salzwasser trinken oder
auch mal eine Wüstenwoche gar nicht trinken. Ob es nicht einige Kamele
schon gerissen hat und er nur die Überlebenden getroffen hat, wissen wir
auch nicht. Oder was genau ihn fast dahin gerafft hätte. Zu viele
Fragezeichen.
Aber man sieht es ja auch an den Wasserloechern in Afrika, wo alle Tiere
trinken,
obwohl da auch reingeschissen wurde. Ein Mensch wuerde das nicht ueberleben.
Roger Roesler
2019-12-30 18:04:53 UTC
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Post by Horst Nietowski
Post by Ina Koys
Wenn's blöd kommt, war es einfach Zufall. Aber Kamele können so
einiges, das diverse andere Tiere nicht können, wie z.B. Salzwasser
trinken oder auch mal eine Wüstenwoche gar nicht trinken. Ob es
nicht einige Kamele schon gerissen hat und er nur die Überlebenden
getroffen hat, wissen wir auch nicht. Oder was genau ihn fast dahin
gerafft hätte. Zu viele Fragezeichen.
Aber man sieht es ja auch an den Wasserloechern in Afrika, wo alle
Tiere trinken,
obwohl da auch reingeschissen wurde. Ein Mensch wuerde das nicht ueberleben.
Tiere essen teilweise sogar die Exkremente von Tieren, auch ihre
eigenen. Kaninchen zum Beispiel sterben, wenn sie nicht ihre Köttel
fressen können.

Ich war vor Jahren mit unserem Hund, einem Boxer, an einem Kanal
unterwegs. Es war an einem Kanal in einer stark landwirtschaftlich
geprägten Gegend. Dort lagen frische Kuhfladen auf dem asphaltierten
Weg, die dampften noch. Ich hatte den Boxer von der Leine gelassen und
ihm freien Auslauf gewährt. Dieser stürzte sich auf die Kuhfladen wie
auf eine Delikatesse. Er schleckte sie auf.

Zwischen mir und dem Hund waren die Fladen, ich konnte nicht zu ihm
gelangen, ohne durch die Kuhkacke zu stapfen. Ich schrie aus: AUS!!1
Keine Reaktion. Er schleckte weiter und sah mich an mit einem Blick, ich
sollte auch von dieser Köstlichkeit probieren. Mir drehte sich der Magen
um. Dieses Verhalten von Hunden war bis dahin völlig unbekannt gewesen.

Nachdem ich ihn schließlich wieder unter Kontrolle hatte, legte ich ihm
die Leine an und fuhr mit ihm zurück nach Hause. Für den Rest des Tages
hatte ich schlechte Laune und keine Lust mehr auf Hunde. Tatsächlich ist
es in der Tierwelt nicht ungewöhnlich, jedes biologische Abfallprodukt,
auch Scheiße, zu recyceln. Bei gesunden Tieren, insbesondere Vegetariern
wie Kühen, dürfte dies auch kein Problem darstellen, solange es sich um
Weidetiere handelt, die sich hauptsächlich von Gras und Kräutern
ernähren.

Der zivilisierte Mensch hingegen ist dafür nicht geeignet, da er
hauptsächlich mit industriellen Verfahren erzeugte Nahrung zu sich
nimmt, die häufig zusätzlich extra keimfrei gemacht (sterilisiert) wird.
Einige Mediziner führen auf diese Keimfreiheit sogar die Autoimmun-
Erkrankungen des Menschen (wie Allergien) zurück, da das Immunsystem
nicht mehr gefordert sei. Ein Mensch von heute hätte in der Gesellschaft
von vor 2000 Jahren in der Antike wahrscheinlich keine hohe
Lebenserwartung mehr. Er würde ruckzuck an den Nahrungsmitteln dieser
Epoche krepieren.

Ach ja, für den Boxer hatte der Verzehr der Fladen in den nächsten Tagen
keine negativen Folgen, er wirkte fidel und agil wie immer. Mittlerweile
ist er aber schon etliche Jahre im Hundehimmel. Ansonsten hatten wir
immer ein gutes Verhältnis zueinander, er liebte mich und ich ihn auch,
obwohl das manchmal ein wenig anstrengend war.
--
ЯR
Ina Koys
2019-12-31 19:29:16 UTC
Permalink
Post by Roger Roesler
Post by Horst Nietowski
Post by Ina Koys
Wenn's blöd kommt, war es einfach Zufall. Aber Kamele können so
einiges, das diverse andere Tiere nicht können, wie z.B. Salzwasser
trinken oder auch mal eine Wüstenwoche gar nicht trinken. Ob es
nicht einige Kamele schon gerissen hat und er nur die Überlebenden
getroffen hat, wissen wir auch nicht. Oder was genau ihn fast dahin
gerafft hätte. Zu viele Fragezeichen.
Aber man sieht es ja auch an den Wasserloechern in Afrika, wo alle
Tiere trinken,
obwohl da auch reingeschissen wurde. Ein Mensch wuerde das nicht ueberleben.
Tiere essen teilweise sogar die Exkremente von Tieren, auch ihre
eigenen. Kaninchen zum Beispiel sterben, wenn sie nicht ihre Köttel
fressen können.
Ja. Aber es ist schon was anderes, die Exkremente direkt zu fressen oder
das Wasser, in dem sie mal schwammen. Manche Raubfische erleiden
Mangelerscheinungen, wenn sie mit Filets gefüttert werden und ihnen der
Darminhalt der vegetarischen Beutefische entgeht.
Post by Roger Roesler
hatte ich schlechte Laune und keine Lust mehr auf Hunde. Tatsächlich ist
es in der Tierwelt nicht ungewöhnlich, jedes biologische Abfallprodukt,
auch Scheiße, zu recyceln.
Mir hat mal ein Landwirt erzählt, man könne Kühe mit Harnstoff füttern.
Weiß ich aber nicht, ob das stimmt.
Post by Roger Roesler
Einige Mediziner führen auf diese Keimfreiheit sogar die Autoimmun-
Erkrankungen des Menschen (wie Allergien) zurück, da das Immunsystem
nicht mehr gefordert sei.
Sicher ist, dass auf dem Dorf erheblich weniger Allergien existieren als
in der Stadt.

Ina
--
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Roger Roesler
2020-01-02 18:26:35 UTC
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Post by Ina Koys
Post by Roger Roesler
Post by Horst Nietowski
Aber man sieht es ja auch an den Wasserloechern in Afrika, wo alle
Tiere trinken,
obwohl da auch reingeschissen wurde. Ein Mensch wuerde das nicht ueberleben.
Tiere essen teilweise sogar die Exkremente von Tieren, auch ihre
eigenen. Kaninchen zum Beispiel sterben, wenn sie nicht ihre Köttel
fressen können.
Ja. Aber es ist schon was anderes, die Exkremente direkt zu fressen
oder das Wasser, in dem sie mal schwammen. Manche Raubfische erleiden
Mangelerscheinungen, wenn sie mit Filets gefüttert werden und ihnen
der Darminhalt der vegetarischen Beutefische entgeht.
Ich habe jetzt noch einen informativen Artikel zum Thema im Netz
gefunden:
*Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung* (_IZW_)
http://www.izw-berlin.de/pressemitteilung/warum-graben-tiere-wasserloecher-in-flussnaehe.html

Fazit des Artikels ist, viele Tiere buddeln sich ihre Wasserlöcher in
Flussnähe selbst, falls sie benötigt werden. Dieses Grundwasser ist dann
natürlich durch die umliegenden Bodenschichten gefiltert und somit etwas
sauberer.

Eventuell kann man auch selber suchen:
https://www.google.com/search?q=Bakteriologische+Kontamination+Wasserl%C3%B6cher+Afrika

Einige Tiere, besonders aus wüstenhaften Regionen, besitzen die
Fähigkeit, unterirdische Wasserreserven über große Entfernungen zu
wittern und auszubuddeln, das sollen zum Beispiel Elefanten und Kamele
können.
--
ЯR
Ina Koys
2019-12-31 19:23:35 UTC
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Post by Horst Nietowski
Aber man sieht es ja auch an den Wasserloechern in Afrika, wo alle Tiere
trinken,
obwohl da auch reingeschissen wurde. Ein Mensch wuerde das nicht ueberleben.
Das sind jetzt zwei Behauptungen auf einmal, beide unbewiesen. Und was
"reingeschissen" bedeutet, ist ja auch ein weites Feld. In sehr klaren
Bächen leben Forellen. Und was machen die da wohl? Es hat immer was mit
der Menge zu tun. Und manche Tiere - Elefanten z.B. - verteilen gern mal
Rüffel an andere, die zu viel Dreck aufwirbeln. Ich bin durchaus nicht
sicher, dass Wasserstellen nennenswert organischen Eintrag erleiden
müssen. Wenn da ein Nilpferd drin stirbt, ist das mit Sicherheit
schlimmer für die Wasserqualität. Passiert aber trotzdem und trotzdem
stirbt der Landstrich nicht aus.
Falls es zwischen Mensch und Viechern tatsächlich einen nennenswerten
Unterschied geben sollte, liegt der vielleicht auch einfach daran, dass
wir mittlerweile ziemlich hygienisch leben und unser Immunsystem weniger
trainiert ist.

Ina
--
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.***@_.o
2020-01-26 10:08:57 UTC
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Obwohl, der bin Laden soll auch nur Flußwasser in Afghanistan getrunken
haben. Robuster Bursche, sehr erfolgreich.

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